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Rollin
Board Member

dabei seit:
17.01.2010
Beiträge: 263

Hallo, allerseits,
es hat mich heute den ganzen Tag nicht losgelassen, deswegen stelle ich die Frage ganz offiziell:
Was ist die "Static Acting Directive"?
Was passiert da bzw. was ist da anders als beim konventionellen Schauspiel?
Wer von den DYNASTY-Darstellern oder -Verantwortlichen hat davon gesprochen?

27.05.11 18:37
Bepo
Board Member

dabei seit:
17.08.2009
Beiträge: 234

Eine aufs Minimum reduzierte Gestik, um mehr Dramatik zu erreichen! Angeblich beschwerte sich Leann Hunley darüber, dass damit ihre schauspielerische Freiheit eingeschränkt wurde.


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'Quote me as saying I was mis-quoted.' (G.M.)
27.05.11 18:52
Rollin
Board Member

dabei seit:
17.01.2010
Beiträge: 263

Wo steht das geschrieben? Reduzierte Mimik und Gestik, na ja!
Also meinst Du, im Sinne von "nicht grimassieren"?!?
Wie hätte Leann Hunley denn ohne diese Direktive gespielt?
Nur nebenbei! Ich habe den Begriff eben gegoogelt und er taucht nur im Zusammenhang mit "Snarky...dingens" von "Soap Chat" auf.
Ehrlich! Etwas derartiges taucht in keiner Literatur zum Thema Schauspiel auf.
Ich habe zwar einen Verdacht, was Darstelelr vom Kaliber einer Leann Hunley damit meinen könnten, aber den jetzt zu äußern, wäre ohne weiters Backgroundmaterial nicht nett...

27.05.11 19:02
Esther
Board Member
esther.jpg
dabei seit:
09.02.2005
Beiträge: 25

In einem Interview mit dem TV Guide vom 30. Juli 1988 sagte die Darstellerin Leann Hunley, dass sie in einer Szene ihre Hände nicht so einsetzen durfte, wie sie es wollte. Der Autor des Artikels nannte dies ‘a kind of static acting’.

„Part of Hunley's frustration involved the producers' constant admonitions to control her tendency to move her arms or hands or head when delivering her lines. They were seeking a kind of static acting with which she was uncomfortable. ‘I remember a scene when Gordon [Thomson] and I were having an argument,’ she says. ‘It was very high intensity and I wasn't allowed to move my hands. I found it frustrating because there we were, both standing there like a couple of talking trees.’”


Marky aus dem Soapchat-Board machte daraus die „Static Acting Directive – SAD“ und benutzt diesen selbst erfundenen Ausdruck seit fast zehn Jahren in tausenden seiner Beiträge, was wiederum von anderen übernommen wurde.

Mehr ist nicht dran, dies ist die einzige Quelle, die Bezeichnung taucht in keinem anderen Zusammenhang auf.

27.05.11 20:57
Rollin
Board Member

dabei seit:
17.01.2010
Beiträge: 263

Oh mein Gott!
Danke für die Info, mein Verdacht hatte sich bestätigt- ich habe auch gerade mal Leann Hunley bei IMDB eingegeben.

Okay, sie hat wohl mal einen Preis gewonnen, aber das Wesentliche ist ihr Background- sie kam als Schönheitskönigin und Model nach Hollywood und hat vermutlich nie eine Schauspielschule von innen gesehen (-und wahrscheinlich auch noch nie auf einer Theaterbühne gestanden).

Denn es gehört zum Lehrstoff des ersten Semesters, dass man darüber informiert wird, dass ruckartige Bewegungen vor einer Kamera ein Flirren des Bildes bewirken können, deswegen wird allgemein zu kleinen, eher ruhigen Gesten vor einer Kamera geraten.

Das ist wirklich Basiswissen, ebenso wie, dass man vor einer Kamera kein Weiß, kein Schwarz, nichts Enggestreiftes und nichts Kleinkarierets anziehen soll. Man sollte sich übrigens auch auf die Beleuchtungsmarkierungen stellen, seinem Szenenpartner nicht das Licht nehmen und sich an mit Regisseur bzw. Coach getroffene Vereinbarungen bezügl. der Szenengestaltung halten und nicht so genannten kreativen Impulsen folgend, plötzlich andere Dinge spielen- nicht nur, dass man es dem Schnitt dadurch schwer macht- es ist auch gefährlich für die Kollegen auf der Bühne.

Ich bin etwas enttäuscht von Leann Hunley, da so -wie ich sie wahrnahm- an ihrem Spiel gar nicht viel auszusetzen war.. Dass sie die Basics offensichtlich nicht kennt...Panne!

Vermutlich lief irgendwas anderes in ihrer DYNASTY-Zeit nicht so glatt, dass sie sich dann mit derartigen Statements rächte.

Im Grunde genommen bekam sie mit der Anweisung stillzuhalten Schauspielunterricht, den sie besser vorher genommen hätte.

Muss man sich jetzt über die Ungerechtigkeit dieser Welt auslassen, dass Millionen Schauspieler, die die umfangreiche und auch kostspielige Ausbildung durchlaufen haben, abeitslos sind, während irgendwelche gutaussehenden Dilletanten weltweit einem Millionenpublikum vorgeführt werden???

27.05.11 21:55
ChrisCarrington
Board Member

dabei seit:
22.02.2009
Beiträge: 197

Bei Dreharbeiten kommt es natürlich auch auf den Regisseur an, wie weit er die Schauspieler spielen lässt.
Diese so genannte "over-acting", wurde früher häufig am Theater gemacht, damit auch die hintersten Zuschauer, sehen konnten, was auf der Bühne passiert.
Klar kann ich die verbissenen, arbeitslosen Schauspieler verstehen. Für die wird es -durch Realty-TV- immer schwieriger an Rollen zu kommen. Kommt aber auch auf das Management an.


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Das ist mein Haus, Du bist wahnsinnig!
28.05.11 08:33
Rollin
Board Member

dabei seit:
17.01.2010
Beiträge: 263

Zunächst nochmal! Wirklich schade, dass man seine Beiträge hier im Forum als Autor nicht noch mal editieren kann, selbst wenn man sie schon losgeschickt hat. Habe gerade noch mal meinen letzten Beitrag entdeckt, natürlich noch mal Fehler gefunden und fühle mich jetzt wie ein Analpahbet...

Zur Sache: Dieses so genannte "Over Acting" schleicht sich weitestgehend aus den heutigen Theatern raus, da der Einsatz von Mikro-Ports immer selbstverständlicher wird. Allein schon durch die Tatsache, dass man als Darstelelr nicht mehr gezwungen ist, seine Stimme ohne Verstärkung "in die letzte Reihe schicken" zu müssen, macht das Spiel um Einiges natürlicher.

Zum Thema "Reality TV" möchte ich als Bon Mot ein Zitat aus dem Film "Soap Dish- eine Seifenoper" einbringen:
(Dort sagt der Produzent der Serie zur Casting Tante:)
"Besorg mir neue Obdachlose! Gutaussehende Obdachlose! Wenn es sein muss...hol´ sie von der Strasse!"

28.05.11 08:44
ChrisCarrington
Board Member

dabei seit:
22.02.2009
Beiträge: 197

@Rollin:
!
Das mit den Obdachlosen, is' ja lustig.
Nochn Wort zum "over-acting".
Ein recht dafür bekannter Schauspieler, der es oft macht, ist William Shatner.
In "Wrath of Khan", ging es auch darum den Zuschauern, dass vergehen der Zeit und so mit auch das Altern der Charaktäre zu zeigen. Shatner war aber zu dynamisch. Nicholas Meyer, der Regie führte, griff daher zu einem Trick. Er lies Shatner die Szenen so lange wierderholen, bis Shatner die Lust verlor. Meyer hatte dadurch das gewünschte Ergebnis, dass Kirk dadurch etwas älter wirkte.


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28.05.11 10:24
Rollin
Board Member

dabei seit:
17.01.2010
Beiträge: 263

Die Geschichte mit Shatner gefällt mir und zeigt, dass Regie-Anweisungen einen Darsteller nicht in seiner Kreativität einschränken, sondern ihn in seiner Rolle am Besten aussehen lassn sollen. Natürlich spricht aus der Shatner-Geschichte ein grundsätzliches Sympathie-Empfinden von Darsteller und Regisseur, sonst hätte der "Trick" vermutlich gar nicht geklappt und der Dreh wäre durch Allüren beendet worden.

Sag´ mal, war nicht "Wrath Of Khan" der "Star Trek"-Film, der aufgrund der gut aufgelegten Cast eine beträchtliche Anzahl Drehtage früher fertig war und somit sein Budget "unterschritten" hatte?

28.05.11 12:40
ChrisCarrington
Board Member

dabei seit:
22.02.2009
Beiträge: 197

So weit ich weiss, war das ein Film später, "The search for Spock". Ich will ja nicht klugscheissern, aber ich könnte jetzt noch weiter aussholen. Nur dann gehts ins "Off-topic".


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28.05.11 13:23
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