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Forum » Der Denver-Clan & Die Colbys » Die Carrington-Bibliothek » Wie gelang es DYNASTY das Original DALLAS zu schlagen 
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stevie
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24.03.2012
Beiträge: 168

Die Verhandlungen mit Pamela Sue Martin gingen noch ueber die gesamte 5. Staffel. Die Produzenten boten ihr sogar eine eigene Serie (Die Colbys) an, was sie allerdings ebenfalls mit folgender Begruendung ablehnte: Warum sollte ich die Hauptrolle in einer Serie annehmen, die möglicherweise nicht einmal erfolgreich wird, wenn ich bei der Top No 1 show, in der ich bereits eine Hauptrolle spiele, ausgestiegen bin. Ihren Idealismus verstanden damals nur wenige: Sie wollte nicht auf eine Rolle festgelegt werden, um weiterhin als Schauspielerin ernst genommen zu werden.
Was den Cliffhanger der 5. Staffel betrifft, ich fand die Moldavia-Storyline absolut genial, wie das ganze aufgebaut wurde bis zum furiosen Höhepunkt, der Hochzeit mit der darauffolgenden blutigen Revolution, einfach irre dramatisch und perfekt inszeniert. Das einzig schlimme war die Auflösung in Staffel 6. Ich hätte mindestens noch Prinz Michael, Galen, Brady,Rosalind, Elena und Nicole sterben lassen. Rock Hudson wollten die Produzenten keine Sterbezzene zumuten, weil dieser so krank war. Urspruenglich sollte er aber an der Königlichen Hochzeit teilnehmen und- wie Lady Ashley dem Kugelhagel zu Ofper fallen...

29.04.12 11:47
Parkhurst
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08.03.2009
Beiträge: 17


Zitat von Rollin:

Zunächst eine kleine Erläuterung: Es gibt da ein Buch aus den 80er Jahren ("Lieben Sie Dallas?"), in dem von der soziologischen Wirkung beider Serien die Rede ist. Umfragen unter deutschen Zuschauern ergaben tatsächlich, dass -und jetzt drücken wir es ganz vorsichtig aus- Menschen, die sich eher vom Leben benachteiligt fühlten, dem "Denver Clan" zugetan waren, unter dem Aspekt, man wird in eine schönere Welt entführt und kann den Alltag hinter sich lassen; bei den hauptsächlich "Dallas" zugetanen Zuschauern waren solche Auffällkigkeiten nicht zu bemerken, die "Dallas"-Fans zogen sich durch alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten.
Sollte dies nicht nur ein deutsches Phänomen gewesen sein, erklärt es sogar den Ende der 80er Jahre folgenden "Absturz" der Serie- die Hardcore-Fangemeinde war wahrscheinlich zu klein, um weiterhin für Spitzenquoten zu sorgen.



Das Buch habe ich nicht gelesen, aber mal bei Google eingegeben. Viel war leider nicht zu erfahren, außer einem Bild des Covers und einer sehr kurzen Inhaltsangabe. Daher kann ich über Inhalt und Tendenz des Buches oder die Intention des Autors keine Rückschlüsse ziehen. Ich würde jetzt heucheln, wenn ich behaupte, diese These reize mich nicht zum Widerspruch. Der Grund ist offensichtlich: ich selbst kann Dynasty entschieden mehr abgewinnen als Dallas. In dem von Michael Zeller beschriebenen Umfrageergebnis finde ich mich jedoch nicht wieder.

Grundsätzlich stehe ich sogenannten "soziologischen Untersuchungen und Umfragen" sehr kritisch gegenüber. Selbst bei Nennung von genauen Zahlen und Werten ist es dem Leser fast nie möglich, die veröffentlichten Ergebnisse zu überprüfen (z. B.: Haben die Umfragen tatsächlich stattgefunden? Gibt es Angaben zu Erhebungszeiträumen, -orten und den befragten Bevölkerungsschichten? In wessen Auftrag wurde die Befragung durchgeführt?). Natürlich ist nicht jede Umfrage, jede Studie oder jedes soziologische Essay automatisch in Zweifel zu ziehen, nur weil mir als Konsument das Ergebnis nicht passt. Dennoch kann ein gesundes Misstrauen bei solchen "Wir haben 1000 Leute befragt..."-Veröffentlichungen nie schaden. Kürzlich habe ich einen Artikel aus dem Jahr 1988 in Händen gehalten, in dem die negative Auswirkung von Serien wie Dallas und Dynasty erläutert wird. Eine "Studie" hatte ergeben, dass Zuschauer dieser Serien häufiger zu Krankheiten neigen würden. Demnach käme es bei Zuschauern von Dynasty vermehrt zu Herzerkrankungen, bei jenen von Dallas zu Impotenz. Ob man solchen Wortmeldungen Glauben schenken will, sollte jedem selbst überlassen bleiben. Mich amüsieren sie eher, als dass sie mich beunruhigen.

Umfragen zu Dallas und Dynasty hat es immer gegeben. Und fast jede kam zu einem anderen Ergebnis. Einmal war Dynasty das neue große Ding, das Dallas locker in die Tasche steckt, beim nächsten Mal war Dallas das unerschütterliche Original, dem das Plagiat Dynasty niemals das Wasser reichen würde. Senioren mochten Dallas, Jugendliche bevorzugten Dynasty. Mehr heterosexuelle Männer sahen Dallas, mehr Frauen und Schwule favorisierten Dynasty. Und so weiter und so weiter. Keine dieser Umfragen konnte jemals überprüft werden - jedenfalls nicht von mir.

Letztendlich kann ich nur für mich selbst sprechen. Unnötig zu erwähnen, dass ich als Dynasty-Fan weder mit Tendenzen zu Lebensmüdigkeit oder Versagertum aufwarten kann. Doch müssten wir uns von den in Herrn Zellers Buch erwähnten Umfrageergebnissen nicht alle angesprochen fühlen? Jeder in diesem Forum ist hier angemeldet, weil er die Serie Dynasty gerne gesehen hat. Einige von uns haben - wie übrigens viele Zuschauer - auch beide Serien gleichermaßen gemocht. Und nicht wenige hier kennen Dynasty so gut, dass sie nicht nur alles über die Handlung wissen, sondern auch jede Menge Backgroundwissen liefern können. Steckt also in jedem von uns ein kleiner Versager? Sind wir alle von Zeit zu Zeit ein bisschen lebensmüde? Oder sollten wir dieses Umfrageergebnis als das sehen, was es vermutlich ist - eine provokante These, deren Seriösität von keinem von uns überprüft werden kann.



Zitat von Rollin:
Zu Season 5:
Einige Sachen wurden ja schon genannt. Inhaltlich möchte ich aber hinzufügen, dass (vermutlich aufgrund der Mitwirkung von Camille Marchetta) die etablierten Figuren in dieser Staffel wesentlich verletzlicher und somit menschlich anrührender dargesetllt wurden als bisher.
(Alexis und ihre Mordanklage, Blake droht erstmalig sein gesamtes Vermögen zu verlieren, Krystle und ihre Sorge um Krystina, Claudia und Stevens Ehe funktioniert doch nicht so gut, Jeff auf der Kippe und und und.)
Wie auch schon geschrieben wurde, sind die neu hinzugekommenenn Charaktere wesentlich spannender als in Season 4.
(Tracy und Peter de Vilbis haben mit ihren Story Lines das Hauptgeschehen eher retardiert, während Kirby und Mark Jennings nach ihrer fulminanten Einführung in Season 3 von Helden zu lästigen Nebenfiguren degradiert wurden.)
Das liegt vornehmlich sehr wahrscheinlich daran, dass sie als neue Familienmitglieder eingeführt wurden, wodurch sie gleich ein wesentlich festeres "Standing" bekamen.
Von der Ästhetik, die teilweise sogar kontaproduktiv zu den gut funktionierenden Stories ist (-Alexis verläßt die U-Haft im weißen Pelz, Alexis schläft in vollem Make-Up und läuft zu Hause wie eien Operettenfürstin herum), abgesehen, würde ich sogar sagen, die eigentlichen Stars dieser Staffel sind die Drehbücher.
Aber: Das mit afro-amerikanischen Zuschauern war wahrscheinlcih tatsächlich so gedacht, jedoch trat Billy Dee Williams (schade, schade, schade) nur in fünf Folgen auf und auch Diahann Carrolls Beitrag zum Geschehen ist ab der zweiten Hälfte der Staffel deutlich geringer- ein Trend, der in den Folgestaffeln weiter fortgeführt wird. Deswegen auch -der andere Thread hier im Forum- meine Vermutung, dass die Rassenmischung zur damaligen Zeit in der Prime-Time eben nicht funktioniert hat.

Warum "Dallas" in diesem Jahr "nur" Nr. 2 war ist schwierig nachzuvollziehen, da "Dallas" eigentlich auch eine gute Staffel abgeliefert hat. Sie wirkt sehr gut durchdramatisiert und durchgestylt, allerdings sind die Geschichten recht glattgebügelt und aus der Soap-Kiste geholt. Beide Serien warten in dieser Saison mit dem Engagement eines Hollywood-Altstars auf, "Dallas" mit Donna Reed (, die ja leider, leider beim Publikum durchfiel,) und DYNATSY mit Rock Hudson (, der ja auch eindeutig den Höhepunkt seiner darstellerischen Schaffenskraft überschritten hatte). Anyway! Ein zweiter Platz in einer 8. STaffel ist aj eigentlcih auch gut!
Zu DYNASTY- kann es nicht sein, dass Rock Hudsons AIDS-Erkrankung publik geworden war, bevor seine DYNASTY-Folgen gesendet wurden und deshalb der Zuspruch in dieser Season so hoch war? Wenn ja, wäre das ein wenig taurig, weil dann ja Millionen Zuschauer einen sterbenden Mann quasi "besichtigen" wollten.

Woher habt ihr das mit Pamela Sue Martin? Ich habe gehört, dass die Produktion sehr erbost über ihren Ausstieg aus dem Vertrag war und sogar drohte, sie auf die "schwarze Liste" zu setzen; was beim weiteren Verlauf von PSMs Karriere durchaus wahrscheinlich erscheint...

Apropos Vertrag: In Season 5 kristallisiert sich an Hand des Vorspanns eine neue Vertragssituation der Darsteller heraus. Normalerweise gilt es als Indiz für Abrechnungen von Residuals (zu deutsch Beteiligungen, Tantiemen oder Wiederholungshonorarere), welcher Darsteller VOR einer Serienfolge genannt wird. Haben Darsteller Verträge für eine bestimmte Anzahl Folgen ausgehandelt und fallen dann krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen aus, werden sie trotzdem genannt, obwohl sie keinen Auftritt haben.
Ab DYNASTYs Sesaon 5 fällt jedoch auf, dass der Vorspann quasi ständig geändert wird, um nur die Darsteller zu erfassen, die auch wirklich auftreten. Somit ergibt sich der Schluss, dass die Verträge knallhart geworden sind und nur tatsächlich geleistete Arbeit honoriert wurde. (Die Gewerkschaft hat da wohl nicht interveniert...)

So, das wäre es jetzt erst mal für heute morgen. Wir können dann ja bei Gelegenheit noch auf das Moldavia-Massaker im Speziellen eingehen.


Die erste Hälfte der 5. Staffel hat mir von den Stories auch noch sehr gut gefallen, doch spätestens nach Auftauchen von Prinz Michael in Acapulco bekam die Story zusehends einen Groschenroman-Charakter. Und war Camille Marchetta für diese Storyline nicht ebenso verantwortlich wie für die sehr guten Plots wie Alexis' Mordanklage oder das langsame Zerbrechen von Stevens und Claudias Ehe?

Rock Hudsons AIDS-Erkrankung wurde im Juli 1985 erstmals publik, also nach Ausstrahlug der 5. Staffel. Eine morbide Sensationslust war also zumindest in den USA kein Grund für die höheren Quoten. Als die besagten Folgen im März 1986 in Deutschland anliefen, gab es in der Tat viele Presseberichte, die auf die "letzte Rolle vor seinem qualvollen AIDS-Tod" hinwiesen...

Am 12. Februar 1985 berichtete der "Globe" in einer Titelstory über geheime Pläne, Fallon von den Toten zurück zu holen. Damals gab es noch Gerüchte, PSM für ihren Part zurückholen zu wollen. Möglicherweise hat PSM dieses letzte Angebot erneut ausgeschlagen und wurde dann tatsächlich auf eine Art "schwarzer Liste" gesetzt. In der 1992er Doku "Denver-Clan ohne Maske" erwähnte sie, dass sie für ihre Entscheidung, die Serie zu verlassen, "leider büßen musste - und zwar jahrelang".

War das mit dem Vorspann bei Dynasty nicht immer so? Ich glaube, dass Heather Locklear immer nur dannn im Vorspann auftauchte, wenn sie auch tatsächlich auftrat - sowohl in Season 2 - 4, als auch in Season 5. Auch Pamela Bellwood wurde in Season 3 für die Monate aus dem Vorspann genommen, in der ihr Charakter in "High Meadow" einsaß.


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"Eine Krankenschwester! Ein Niemand! Ein fettes Phantom in Weiss..."
29.04.12 16:30
stevie
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Das mit dem Vospann gab es nur bei Dynasty: Er wurde mit fast jeder Folge geändert, weil stets nur die Personen angegeben waren, die auch tatsächlich mitspielten...mit Ausnahme von Season 1 und Joan Collins in Season 9. Bei den anderen Serien fuelte ich mich dann auch immer betrogen, wenn Personen im Vorspann waren, die dann gar nicht auftauchten.

29.04.12 19:42
stevie
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24.03.2012
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Pamela Bellwood wurde am Anfang von Season 3 gefeuert, genau wie Lloyd Bochner. Die Zuschauerproteste waren jedoch so imens, dass man beschloss, sie mit Ende der Season wieder zurueckzuholen. Auch ich habe mich darueber sehr gefreut

29.04.12 19:47
Eisenfaust
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Zitat von stevie:
Pamela Bellwood wurde am Anfang von Season 3 gefeuert, genau wie Lloyd Bochner. Die Zuschauerproteste waren jedoch so imens, dass man beschloss, sie mit Ende der Season wieder zurueckzuholen. Auch ich habe mich darueber sehr gefreut


Na, da hat Pamela Bellwood aber noch lange durchgehalten, denn die war dann noch bis zu sechsten Staffle on board.

Ach ja, nach dem Brand wurde das La Mirage nicht mehr aufgebaut. Dafür saßen sie dann alle in dem überfüllten Charlton.

30.04.12 08:23
Rollin
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Guten Morgen,
na gibt es ja Einiges zu antworten.

Zum Thema "Stichproben":
Trotz Sommers (-und der kann ja auch heute schon wieder vorbei sein-) habe ich gestern in meinem Keller nach dem zitierten Buch gefahndet, es aber leider nicht gefunden. Entweder habe ich noch irgendwo anders unausgepackte Umzugskisten oder es muss unter Schwund verbucht werden. In die Händ gefallen ist mir allerdings "Die Carringtons" von Ulrich Hoppe, was eigentlich als recht gutes Sekundärbuch zum Thema "Denver Clan", aber auch allen ähnlich gestrickten Serien der 80er Jahre, einzustufen ist.
Dort wird lediglich angemerkt, dass "Denver Clan" von mehr Frauen und kurioserweise von mehr "Alt-68ern" geschaut wird (, übrigens auch ohne Angabe wie groß die Stichprobe gewesen ist).Eine Aussage, die sich aufgrund des Erscheinungsjahres des Buches (1983) wahrscheinlich eher auf amerikanische Ergebnisse stützt.
Ich muss gestehen, dass derartge soziologische Studien in Magazinen (, oft im Boulevardgenre,) meistens ohne die exakte Angabe der Stichprobengröße veröffentlicht werden. Den Zusammenhang von "Dallas" und "Impotenz" konnte ich jetzt nicht in meinem Umfeld beobachten, die Aussagen über "Denver Clan" durchaus; nicht zuletzt wurde hier im Forum von einigen Mitgliedern stets darauf hingewiesen, dass der Stil und Glamour für sie eine größere Rolle gespielt hat als der tiefere Sinn- andere Nischen (-wie "Denver und die Schwulenszene"-) wurden auch immer wieder zitiert. Meine eigene Mutter beispielsweise kaufte zahlreiche Modelle der damals bei "Kaufhof" vertriebenen "Denver"-Collection (, darunter das schwarz-weiße Wollköstum von Alexis aus der Gerichtsszene), da sie mit Ende Vierzig seinerzeit aussehen und wirken wollte wie Joan Collins- tatsächlich gewöhnte sie sich sogar noch das Rauchen mit Verlängerung an...
Dass die feste Fangemeinde des "Denver Clan" in Deutschland etwas kleiner war als die von "Dallas", läßt sich anhand der im Netz immer noch zu findenden Einschaltquoten leicht feststellen. Während "Dallas" zwischen 35 und 48% schwankte, schaffte es "Denver Clan" immerhin auf 23 bis 41%. (Das sind übrigens Quoten, die in der heutigen veränderten Medienwelt gerade mal von "Ich bin ein Star- holt mich hier raus!" erreicht werden.)
Übrigens sind die damals ermittelten Einschaltquoten auch nichts weiter als eine Stichprobe- oder hat jemand geglaubt, man könne anhand der Stromleitung feststellen, welches Fernsehprogramm man eingeschaltet hat? (Dies verhält sich heute in Bezug auf Internet-Fernsehen garantiert alles anders...) Die Einschaltquoten wurden in 10 000 repräsentativen Hasuhalten abgefragt und auf die gesamte deutsche Bevölkerung hochgerechnet. Ob und wann die Anzahl der Haushalte aufgestokt wurde, konnte ich leider nicht herausfinden. (Die 10 000 beziehen sich auf das Jahr 1969...)
Stichproben sind eigentlich das A und O bei der erfolgreichen Produktion einer langlebigen TV-Serie. Es ist selbstverständlich wichtig, die Zielgruppe zu kennen, darüber zu entscheiden, ob man es dabei beläßt, nur sie anzusprechen oder ob man sie erweitern möchte. In USA kannst Du in fast allen größeren Städten an Test-Screenings noch nicht gesendeter TV-Programme teilnehmen (-auch neue Staffeln bereits etablierter Serien), um hinterher auf eienm Fragebogen Deine Eindrücke niederzuschreiben, selbstverständlich auch unter Angabe persönlicher Daten.
(Ich war vor nicht allzu langer Zeit als Trauzeuge einer Las Vegas-Hochzeit in Nevada. Am Tag vor dem Ereignis verschwand der Bräutigam im MGM-Vorführraum für Test-Screenings und versackte dort... Na, ich als alter Ferak hätte mir lieber den Grand Canyon angeschaut...)
Aaron Spelling wiederum scheint bei seinen Serien zwar einerseits ein Händchen für den Publikumsgeschmack zu haben andererseits sind Umfragen für ihn nicht immer wichtig. So geschehen bei "Drei Engel für Charlie" (Quelle: "Charlie´s Angels Casebook"). Spelling war sich sicher mit dem Serien-Entwurf den Zeitgeist exakt zu treffen, entgegen jeglicher Vorab-Umfragen und auch eines eher negativen Test-Screenings des Pilotfilmes. Als die Serie dann lief und unschlagbare Top-Quoten lieferte, beging er -meiner Meinung nach- einen Fehler, er legte mehr Wert auf Sets und Kostüme denn auf Qualität der Drehbücher. Obwohl mit d r Seie ein wirklich breites Publikum angesprochen wurde, waren wohl die echten Krimi-Fans am ehesten verärgert über die immer unlogischer werdenden Geschichten.
Bei "Denver Clan" wiederum wird er nicht ganz so viel Einfluss gehabt haben, weil die unendlich anmutenden Liste von Produzenten dem einzelnen zwangsläufig weniger Entscheidungsgewalt einräumt. (Altes Sprichwort: "Viele Köche verderben den Brei")

Zum Vorspann:
Das stimmt schon, was Ihr geschrieben habt, allerdings gab es bei Heather Locklear und Lloyd Bochner in Season 2 Nennungen ohne Auftritt, ebenso bei Pamela Bellwood, John James, Wayne Northrop, Dale Robertson in Season 1 und bei Lee Bergere in Season 4. Wenn klar war, dass eine Rolle für eine Staffel abgespielt war, wurde sie aus dem Vorspann entfernt.
Ab Season 5 wurde dies allerdings etwas inflationär. Natürlich wissen wir alle zu wenig über die tatsächlichen Vertragssituationen der Darsteller, es kommt mir nur etwas hart vor für die persönliche Lebensplanung eines Darstellers. Denkt doch an die unzähligen Schauspieler, die sich durch ein festes Serien-Engagemnet endlich ein Haus -bzw. ein Auto, ein Pferd- kaufen könnten, wenn sie wirklich 26 Folgen oder mehr pro Jahr bezahlt bekämen? (Vermutlich hat man den Nachwuchsstars beim Casting sogar noch gesagt, dass sie für eine Top-Serie engagiert werden und dies nun einmal die Bedingungen seien und sie dankbar sein sollen...)

Season 5/ Inhalte:
Die Geschichte um Prinz Michael und Amanda hat mich auch nicht wirklich angesprochen- gefallen hat mir allerdings, dass Dex Dexter immer wieder von diesem "Operettenstaat" mit seinem "Operettenkönig" gesprochen hatte, wenn er mit Alexis alleine war. Durch diese Selbstironie wurde dieser "Heftchenromancharakter" etwas relativiert. Das "Moldavia"-Massaker wiederum war ein toller Cliffhanger, dessen Auflösung die Serie ja leider viele Zuschauer gekostet hat.
Ich gehe mal davon aus, dass hierfür Diana Gould, Story Editor und Producer von Season 6, verantwortlich war. Diana Gould ist darüber hinaus durch ihre Mitwirkung an "Knots Landing" Season 5 (1983/84) bekannt. Auch dort hat sie das zum Zeitpunkt ihres Einstieges herrschende Niveau um einiges gesenkt- verschachtelte Geschichten über zehn Folgen und mehr sind nicht jedermanns Sache (bei "Knots Landing" die am Anfang noch spektakulär anmutende "Whodunnit"-Geschichte um Cijis Tod und die scheinbar endlose Jagd auf die "Wolfbridge"-Gruppe, bei "Denver Clan" die doppelte Krystle und die Befreiung König Galens).
Auch den Helden schön klingende Worte in den Mund zu legen, ohne diese durch Taten zu belegen, ist als Schwachpunkt zu werten (bei "Knots" mag es nicht so auffallen, dass Valenes und Bens große Liebe sich in keiner Szene transportiert, lediglich in den Aüßerungen Valenes gegenüber ihrer Freundin Karen, bei "Denver Clan" ist mit Claudias Zuneigung zu Adam ist ihr bisher aufrechter Charakter völlig gebrochen). Und nicht zuletzt Veränderungen an den Back-Stories der Hauptfiguren, vermutlich aus dem Grunde, dass diese nicht als wichtig angesehen werden (-in "Knots" gab es Aussagen, dass Cathy Geary aus Kalifornien, Arkansas und Wyoming stammte, in "Denver Clan" war es Blakes Mutter, deren Vorname in früheren Folgen mit Fallon, nicht mit Ellen, angegeben worden und deren Todeszeitpunkt auf Blakes fünftes Lebensjahr datiert gewesen war).
Das einzige, was an Season 6 wirklich ein Trostpflaster ist, ist die opulente Ausstattung, die Kostüme und eben alles Äußerliche.

01.05.12 10:07
stevie
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Leider kommt die opulente Ausstattung der 6. Season auf der DVD viel zu schlecht rueber, da die Videoband-Qualität miserabel war. Wuerde mich sehr interessieren, ob die Qualität der sechsten Staffel auf DVD in den USA besser ist, als in Europa

06.05.12 20:48
Bepo
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17.08.2009
Beiträge: 234

Vielleicht hatten die Zuseher es auch satt, die schlecht geschminkten Augen von Bobby, die schiefen Zähne Miss Ellie und die versoffene Fresse von JR ertragen zu müssen!


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'Quote me as saying I was mis-quoted.' (G.M.)
09.05.12 07:44
Rollin
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17.01.2010
Beiträge: 263

La, la, la...
82 Zähne hat Alexis im Gesicht
(schubidu-ah-dah)
82 Zähne, doch echt sind sie nicht...
(fallera)

09.05.12 15:35
stevie
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24.03.2012
Beiträge: 168

...und die versoffene Sue Ellen! Eines muss man den DALLAS-Machern ja lassen: das Thema Alkoholismus wurde wirklich extrem intensiv behandelt
Um wieder ernst zu werden: Ich bin mir sicher, dass Denver weiterhin auf Platz 1 geblieben wäre, hätten sich die Produzenten nicht immer wieder solche Superreisser wie z.B. Catherine Oxenberg durch Karen Cellini zu ersetzen. Dies waren absolute Todesstösse

09.05.12 20:50
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