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Esther Shapiro Interview

Dezember 2003 auf www.soapnet.com


Im Dezember 2003 kündigt der US-Sender Soapnet auf seiner Web-Site ein Special an: Der "Serial Bowl" – sechs Episoden Dynasty, die an Neujahr 2004 mit eingeblendeten "pop-up" Kommentaren von Esther Shapiro gezeigt werden. Auf der Web-Site erscheint ein Interview mit Esther Shapiro.
Das Interview finden Sie hier, alle Kommentare und Sopanets Dynasty-Werbung auf den folgenden Seiten.
© deutsche Übersetzung by www.der-denver-clan.de
Soapnet: Wovon wurden Sie inspiriert, als Sie die Charaktere und Geschichten für Denver-Clan erfanden?
Esther Shapiro: Als der Sender ABC meinen Mann bat, eine Serie zu schreiben, wollten wir eine Show machen, die alles enthalten sollte, was man fürs Fernsehen eigentlich nicht macht. Wir wollten eine Show mit extrem reichen Leuten machen, was bisher unmöglich gewesen war. Und wir wollten, dass sich alles um Frauen im mittleren Alter dreht. Wir wollten etwas schreiben, wobei es mehr um Liebe geht als nur um Sex - um Menschen, die sich um einander kümmern. Wir wollten, dass ein Mann im Mittelpunkt steht, der in geschäftlichen Dingen großartig ist, aber um ihn herum bricht alles auseinander. Wir wollten zeigen, wie sich die Lebenswege all dieser Leute kreuzen. Als wir damit durch waren, hatten wir Menschen, die unermesslich reich waren und in unmöglich großen Häusern lebten, womit sich niemand identifizieren konnte. Wir sagten: Lass uns ausprobieren, was passiert, wenn wir dies einem Publikum vorführen. Und was glauben Sie? Sie konnten eine Beziehung zu ihnen aufbauen!

Soapnet: Ist Ihr eigenes Leben jemals den überdrehten Denver-Geschichten nahe gekommen?
Esther Shapiro: Nicht in den luxuriösen Umgebungen, in denen sie lebten. Aber wenn ich nachdenke und mir meine Familie ein oder zwei Generationen zurück genau ansehe – wir könnten Denver mit einigen Geheimnissen übertroffen haben. Im Kern der Show geht es hauptsächlich um eine Familie, aber es ist immer Raum für die ausgeflippten Dinge, die geschehen. Es gibt Morde und Liebe und das spricht etwas in jedem von uns an, weil es in jeder Familie diese Geschichten gibt.

Soapnet: Meinen Sie, dass diese Geschichten der Kern der Soap sind?
Esther Shapiro: Ich glaube, dass diese Geschichten der Kern der Soap sind. Ich denke, dass die Besetzung der Rollen unglaublich wichtig ist, die Chemie zwischen den Darstellern trägt viel dazu bei. Der Glamour und die Umgebung sind auch extrem wichtig. Ich könnte nicht sagen, dass eines wichtiger als das andere ist, aber wenn Sie nur das Drumherum haben und keine Geschichte – ich meine, das würde nicht funktionieren. Wenn Sie nur die Geschichte und keine passende Umgebung haben, könnte es bis zu einem gewissen Grad klappen, aber es geht darum, das alles zueinander passt in diesem Fall. Die Musik war wichtig, die Gestaltung der Kulissen; alle Beteiligten haben so viel gegeben.

Soapnet: Gibt es einen Denver-Charakter, den Sie am liebsten mögen? Einen, für den Ihnen das Schreiben richtig Spaß gebracht hat?
Esther Shapiro: Mein Mann mochte Fallon am liebsten. Ich liebte sie alle aus verschiedenen Gründen. Ich liebte Alexis, weil sie immer bekam, was sie wollte und mitten im Leben stand. Ich liebte Krystles Moral. Mein Mann sagt, ich sei auch sehr moralisch, so wie Krystle. Und im Geheimen habe ich immer davon geträumt, Blakes Macht zu besitzen. Ich liebe diese Macht. Es war unbedeutend, dass er ein Mann war; ich mochte, was er sagte und seine Ideale. Vielleicht war er in gewisser Weise die Verkörperung meiner eigenen Fantasie, wie ein großartiger Mann zu sein hat.

Soapnet: Welches Element, glauben Sie, machte Denver zu einer so beliebten Show?
Esther Shapiro: Ich glaube, es war ein nur Zusammentreffen vieler Umstände. Wir hatten das Glück, Aaron Spelling als Partner zu haben. Er kennt sich im Produzieren aus und willigte ein, uns die Freiheit zu lassen, es ein bisschen anders zu machen. Ich denke, dass die Rollenbesetzung unglaublich wichtig ist. Das kann den Unterschied zwischen einer mittelmäßigen und einer großartigen Show ausmachen. Dann kann man anfangen, für diese Charaktere zu schreiben und es schaffen, dass es ein Erfolg wird. Wir hatten sehr gute Autoren und sie waren der Kern des Teams. Die Wahl des Zeitpunkts der Show ahnte die 80-er Jahre wirklich voraus – alle glaubten, es ginge um sie. Wir sendeten zum ersten Mal in der Woche, als die Reagans ihr Amt übernahmen. Wenn man bedenkt, dass wir Liberale waren, machte uns das vielleicht objektiver und ließ uns etwas wünschen, was wir nicht hatten.

Soapnet: Wenn Sie die Gelegenheit hätten, alles noch einmal neu zu machen, was würden Sie am Denver-Clan ändern?
Esther Shapiro: Ich glaube, am früheren Teil würde ich gar nichts ändern. Als wir später der Sache etwas müde wurden, hätte ich ein Jahr Urlaub nehmen sollen, statt einige der dramatischeren Geschichten einzubauen, wie wir es getan haben. Es wäre vielleicht auch besser gewesen, nach gewisser Zeit einige jüngere Charaktere mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Es gab wirklich keine Möglichkeit aufzuhören, während wir so gute Einschaltquoten hatten. Aber manchmal möchte man etwas beenden, wenn es am besten läuft.

Soapnet: Haben Sie jemals welche der wundervollen Kleider mit nach Hause genommen?
Esther Shapiro: Nolan (Miller, der leitende Kostüm-Designer) hat Kleider für mich gemacht! Ich nahm keine der Kostüme mit nach Hause, weil die Stars sie manchmal behielten oder sie ins Museum kamen. Wenn ich etwas Besonderes haben wollte, bestellte ich es und Nolan ließ es anfertigen. Er hat mir einige sehr schöne Stücke gemacht. Das hat Spaß gebracht.

Soapnet: Sie waren schon mit Nolan befreundet, bevor er bei Denver-Clan arbeitete, richtig?
Esther Shapiro: Ja, ich kannte Nolan, weil er für Aaron arbeitete. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, weil wir beide die 30-er und 40-er Jahre liebten und ich eine klare Vision hatte, was ich zeigen wollte und das genau mit seiner Fantasie übereinstimmte. Also war es großartig für ihn und ich bin ihm sehr dankbar. Er hatte Spaß, an der Show mitzuarbeiten und es genossen. Das Interessanteste am Denver-Clan waren die Wechselwirkungen - dass die Zuschauer an diesem Leben teilnahmen und wir Auswirkungen auf ihr Leben hatten und dies wiederum Rückwirkungen hatte und ein Teil der Fantasie im Zuhause ankam. Ich fühlte mich gut dabei und das ist es, was ich an der Show mochte. Die Zuschauer schrieben mir und ließen mich das wissen - und das war erfüllender, als viele andere Dinge. Ich glaube, es lag daran, dass wir unserer Leidenschaft folgten und damit erfolgreich wurden. Ich hätte in meinem Leben niemals so erfolgreich sein können, wenn ich mich ausschließlich auf Erfolg und Geldmachen konzentriert hätte. Das funktioniert für mich nicht. Es klappt nur, wenn man seiner Leidenschaft nachgeht und manchmal hat man Glück. Der Zeitpunkt damals war genau richtig.




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